PARIS À PIED

JOURNAL 2021_05.

Vor ein paar Tagen erinnerte ich mich an meine Zeit in Paris vor wenigen Jahren: fast zwei Wochen hatte ich mir Zeit genommen. Ich wollte Paris mit allen Sinnen erkunden und verstand schnell, dass es mehrere Seelen sind, die diese wundervolle Stadt ausmachen. Also beschloss ich, möglichst viele Gesichter dieser lebendigen Metropole kennenzulernen. Ungefähr zur Mitte meines Aufenthaltes nahm ich mir einen ganzen Tag Zeit für das Leben zwischen dem dritten und dem elften Arrondissement. Ich begann meine Erkundungstour auf der Place de la Bastille.

Nachdem ich die im Boden markierten Mauern der einstigen Bastion abgeschritten hatte, bog ich ab in die Rue Saint-Antoine Richtung Westen und ließ mich eine ganze Weile von der Menschenmenge treiben.

In einem kleinen Buchladen, in dem ich eine alte Straßenkarte von Paris fand, bekam ich den Tipp für ein tolles Café. Neugierig flanierte ich mit meiner – in einer schönen Papprolle verstauten Stadtkarte – in die Rue de Tournelles. Dort bestellte ich bei einem freundlichen Kellner einen „Café au lait“ und dazu eine köstliche Apfeltarte. Für mehr als zwei Stunden sog ich die Atmosphäre auf, die das illustre Publikum diesem kleinen Café verlieh. Gedankenverloren ging ich mit einem Finger meinen Spaziergang auf dem alten, patinierten Papier nach. Ich hatte wahrlich Freude an meinem kleinen Schatz. Zuhause angekommen suchte und fand ich einen schönen Bilderrahmen für mein Mitbringsel. Seitdem erinnert sie mich wieder und wieder an diesen schönen Tag.